Loblied auf die weibliche Libido

Ich bin eine Frau und das ziemlich gerne. Es war nicht immer so, aber ab 30 stellt sich ein wohlig warmes Gefühl ein, wenn ich daran denke, wieviel Freude ich an und mit meinem Körper habe. Nicht nur ich, von Zeit zu Zeit gesellt sich jemand zu mir und dann genießen wir zu zweit das Sein und das, was zwischen zwei Erwachsenen passieren kann.

Ich bin überzeugt davon, dass Frauen nicht weniger Lust haben als Männer.

Ich bin auch überzeugt davon, dass Frauen es nicht generell lieber zärtlicher/sanfter (Vanilla) wollen.

Wenn es einer Frau ganzheitlich gut geht (Gesundheit, Umgang mit Belastung im Job, mit der Familie etc.), ist sie genauso ein von Trieben gesteuerter Mensch, wie eben der Mann auch. Wir Menschen lernen, unsere Triebe zu disziplinieren. Das unterscheidet uns von Tieren.

Frauen sind in der Lage multiple Orgasmen zu erlangen und zu Squirten und sind überhaupt richtig spannend anatomisch von der Erregungskurve her.

Warum ich denke, dass Männer und Frauen einen ähnlichen Sexdrive haben?

Frauen und Männer bestehen aus dem selben Material, erst Hormone entscheiden (im Mutterleib, ich glaube so nach 6 Wochen) die Ausprägung und Form des Genitals.

Hormone – lasst uns über die sprechen. Im Zuge der ewigen Verhütungsdiskussion kann ich als Frau, die schon alles, wirklich alles verwendet hat, sagen: Hormone verändern meine Libido. Das ist neben all den anderen Nebenwirkungen bestimmt nicht die schlimmste (oder doch, eigentlich schon!), aber es prägt das Bild von Frauen seit mehr als 50 Jahren. „Sie hatte wieder keine Lust“ und so ähnlich klingen die enttäuschten, anklagenden und oft wenig verständnisvollen Statements der männlichen Pendants. Keine Lust zu haben, obwohl man eigentlich ein sexueller Mensch ist, ist kein schönes Gefühl. Es ist als wäre man ferngesteuert, verliert den Kontakt zu sich, seiner Lust und seinen Bedürfnissen.

Mein Pro-Tipp: verwendet Kondome und verzichtet auf hormonelle Verhütung! Es war auch bei mir ein immer wieder und ziemlich lange ein unangenehmer Gedanke („Ur mühsam“), aber in der Praxis erweist es sich inzwischen als nicht schwer händelbar. Wirklich. Es ist sogar irgendwie spannend, weil sich das Liebesspiel im Ablauf ändert, das Vorspiel kann länger werden, weil man einfach den Zeitpunkt, das Kondom drüberzustülpen, hinauszögert oder gar vermeiden will („Heute sind wir verwegen und sparen es uns“) und dadurch alternative Wege sucht und auch findet.

Noch ein Pro-Tipp: Hören wir auf, darüber zu reden, dass Frauen weniger oder anders Sex mögen im Vergleich zu Männern. Es bildet einfach nicht die Realität ab und Worte haben die Macht, althergebrachte Ammenmärchen, die heute schon urban legends sind, weiter zu manifestieren. Sie helfen uns nicht, sogar im Gegenteil: es schadet uns und unserem Sexleben, in dem wir Frauen diese oder jene Sexualität zu- oder absprechen. Genießt euer Leben, genießt eure Sexualität, einfach so. Punkt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s