Braucht es immer einen guten Grund?

Oder: Warum ich mit Männern schlafe

Eine Handvoll Männer, mit denen ich geschlafen habe, würde ich am liebsten aus meinem Gedächtnis streichen. Bei jedem davon kann ich mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, was mich dazu gebracht hat, mit exakt diesem Mann ins Bett zu steigen.

Bei den meisten Männern weiß ich jedoch wieso. Und die Gründe sind so mannigfaltig wie die Männer.

Einige Gründe für Sex:

  • Hat sich so ergeben, wieso eigentlich nicht
  • Bevor ich nach Hause gehe und aufräume…
  • Der ist ja irgendwie ganz süß, vielleicht entwickelt sich da was Ernstes draus
  • Ich weiß nicht was, aber irgendwas reizt mich an dem. Vielleicht ist er ur gut im Bett…

Okay, das sind nicht die besten Gründe für Sex.

Ich würde sagen der Hauptgrund dafür, dass ich mit einem Mann schlafe ist vermutlich Lust auf Sex aka Geilheit. Und zwar ist die im besten Fall auf beiden Seiten in gleichem Maß vorhanden. Dann kann’s spaßig werden!

Was ich nicht so empfehlen kann – weil ich das schon gemacht habe – ist, wenn man eigentlich in jemand anderen verliebt ist, das aber irgendwie nicht läuft und man deshalb diesen Mann aus seinem Kopf verbannen möchte und denkt, dazu wäre ein anständiger F*** mit einem ganz anderen Mann supergut. Das funktioniert nur so semi. Auch umgekehrt: wenn ein Mann nicht ganz bei der Sache ist, weil er emotional an einer anderen Frau hängt, dann merkt man das als Frau auch. Da ist dann Masturbation vielleicht doch die bessere Lösung in dem Moment – für beide.

Ich erinnere mich an einen Mann, den ich schätze und wenn wir uns heute auf Veranstaltungen treffen, plaudern wir und es ist einfach angenehm mit ihm Zeit zu verbringen. Er hat Charisma und Witz. Tatsächlich ist der um einiges älter als ich, um es charmant auszudrücken, aber als sich in einem Gespräch das gewisse Knistern ergeben hat und er auf meine dreckigen Anspielungen gekonnt reagiert hat, war die Idee geboren: Wir sollten Sex miteinander haben.
Ich befand mich gerade in einer elenden Lebenssituation. Eine Beziehung ging zu Ende, mein Ego war am Boden, oder eher unterirdisch. Dieser Mann hatte es geschafft, in nicht ganz zwei Jahre mich so runter zu labern bezüglich Gewicht, Haare, Make-up, keine Ahnung was, jede Frau in seinem Leben war attraktiver, geiler, hübscher als ich. Immer. Der Typ fand mich einfach nicht attraktiv und deshalb wurde er mein Ex-Freund. Unter anderem.
Zurück zu meiner Affäre: Ich hatte am Anfang Schwierigkeiten mir vorzustellen wie es wäre, tatsächlich mit ihm intim zu werden. In meiner typischen Hauruck- und Lass es uns einfach probieren-Art habe ich ihm ein Treffen vorgeschlagen. Er war erstaunt, damit hätte er nicht gerechnet. Und tatsächlich muss ich sagen, dass die Affäre, die sich daraus ergeben hat (es ging nur zwei Monate, aber dafür wars intensiv) extrem gut war vor allem auf körperlicher und seelischer Ebene. Dieser Mann hat es innerhalb von 30 Minuten geschafft, mir verständlich und begreiflich zu machen, dass ich begehrenswert und schön bin. So wie ich bin. Abseits von Klischee und „der will mich einfach ins Bett kriegen“. Es ist vielleicht kitschig, aber er hat mich vor einen Spiegel gestellt, nackt – und hat mir minutenlang und ganz explizit gesagt, was er sieht und was ihm daran gefällt. Das war mein Eyeopener. Ich war wieder ich! Phönix aus der Asche. Rückwirkend betrachtet kann ich sagen, dass es ein völlig legitimer Grund für Sex ist, wenn er & ich an meinem Selbstwertgefühl arbeiten möchten 🙂

Abschließend ein Satz: Natürlich ist und bleibt der schönste Grund für Sex: Liebe. Es vielleicht schmalzig, damit kann ich aber auch gut leben.

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